Jabber Journal 20 Deutsch
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Es ist viel los, hier eine kurze Zusammenfassung...
Die folgenden Server sind kürzlich zur Liste der öffentlichen Jabber-Server hinzugefügt worden: admin-networks.org, chat.mail2web.com, develog.com, freax.org, jabber.fr, jabber.linuxpro.nl, jabber.papla.pl, jabber.typhon.net, jabber.unixfreunde.net, jabber.xs4all.nl, jabberme.org, und may10.ca. Wohlgemerkt, dies sind Server, die neuen Nutzern die Registrierung erlauben und darum gebeten haben, in die öffentliche Liste aufgenommen zu werden. Ich arbeite gerade an einem Dienst, mit dessen Hilfe XMPP-Server besser an das Netzwerk angeschlossen werden können, selbst, wenn diese Server keine neuen Nutzer-Registrierungen zulassen. Ich plane den Dienst innerhalb der nächsten Wochen zu starten. Wir werden dann also innerhalb der nächsten Monate auch besser wissen, wie viele aktive Server wirklich im Jabber-Netzwerk eingebunden sind — es sind sicherlich Zehntausende.
Irgendwie vergaß ich zu dem Zeitpunkt zu erwähnen, dass im Oktober nicht nur eines, sondern gleich zwei Jabber-Projekte beim Coolster Tk-Screenshot-Wettbewerb auf der "11. Tcl/Tk-Konferenz" mit Preisen ausgezeichnet wurden. Mats Bengtsson bekam einen ersten Preis für The Coccinella, ein XMPP-basiertes Chat- und Whiteboard-Programm ("Whiteboard" ist eine Zeichenfläche, die zwei oder mehrere Leute über ein Netzwerk gemeinsam gestalten können —Anmerkung d. Übersetzers). Alexey Schchepin bekam einen Ehrenpreis für seinen Tkabber-Client. Da lediglich vier Projekte insgesamt ausgezeichnet wurden, erhielten Mitglieder der Jabber-Community 50% der Titel. Glückwünsche an Mats und Alexey für ihre Erfolge!
Zur Zeit aktive Projekte sind z.B. der jabberd2-Server mit zwei Veröffentlichung in letzter Zeit; die mobber, IM+ und TipicME Clients für verschiedene Mobilgeräte; neosmt für Windows mit integrierten Sprach-, Video-, Whiteboard- und Dateitransfer-Fähigkeiten; der Lluna-Client und das sendxmpp-Tool, mit dem man XMPP-Daten per Kommandozeile oder Skript verschicken kann (klasse für System-Administratoren!). Das VCJB Projekt ist ein Bot, der Benachrichtigungen über Software-Updates aus CVS und Subversion per Jabber verschickt. PyRSS ist ein neues Modul, welches RSS-Feeds verwaltet und -Benachrichtigungen versendet und gerade in Entwicklung ist. Gradient ist ein spezielles Programm, das SVG-Graphiken per XMPP verschicken kann. XCD ist ein C++ Hilfsprogramm, das es jeder Desktop-Software möglich machen soll, am Jabber- und XMPP-Netz teilzuhaben. Pilgrim ist eine Umsetzung der RFCs 3920 und 3921. Idavoll, die Publish-Subscribe-Implementation, macht gute Fortschritte. James Bunton liefert mit seinen Python-basierten Transport-Schnittstellen zu AIM, ICQ, und MSN weiterhin gute Arbeit ab — diese drei Projekte sind sehr aktiv und man sagt, dass sie auch sehr stabil seien. Zu guter Letzt gebührt Jive Software besondere Beachtung, die zusätzlich zu Smack (ihrer Open-Source Code-Bibliothek, mit der man Jabber-Clients und -Bots in Java entwickeln kann) ihren XMPP-Server Jive Messenger als Open-Source freigegeben haben.
Es gibt inzwischen zu viele Jabber-basierte Dienste und Programme, als dass jemand alle erfassen könnte; hier sind noch weitere Projekte, die kürzlich meine Aufmerksamkeit erregt haben: zunächst mal scheint Alcatel eine interaktive TV-Anwendung namens AmigoTV zu entwickeln, die XMPP nutzt — die Applikation versetzt Zuschauer, die dasselbe Fernsehprogramm schauen, in die Lage miteinander in Echtzeit zu chatten. Wie letztes Mal erwähnt, arbeitet ein Konsortium öffentlicher Büchereien im US-Staat Georgia an einem Büchereien verbindenden Open-Source Computer-System, das XMPP als Kommunikations-Schicht nutzt um literarische Informationen auszutauschen. Die bekannte IDE Eclipse (von IBM ins Leben gerufen und nun von der Open-Source Community gepflegt) wird gerade um XMPP-Unterstüzung in Form eines Plug-Ins erweitert. Die Community des Erlang Projekts wird sein XMPP-basiertes J-EAI- Framework dem ObjectWeb-Konsortium zur Verfügung stellen. Immer mehr Leute interessieren sich dafür Atom- und RSS-Daten über XMPP zu versenden, da das massenhafte Anfragen nach Updates ein Skalierungsproblem darstellt. Project Gutenbergs Distributed Proofreaders-Projekt macht von Chat-Räumen auf jabber.org starken Gebrauch. Und die Liste könnte weiter und weiter gehen...
Jabber-Technologien werden immer beliebter — so beliebt, dass wir Hilfe beim Spiegeln von JabberStudio brauchen, da so viele Leute Software von dieser zentralen Open-Source-Website herunterladen. Mindestens eine, vielleicht sogar zwei, Websites für Jabber End-Nutzer sind gerade in Entwicklung. Die Planung für eine Jabber-Entwickler-Konferenz nächsten Sommer hat begonnen. 2005 verspricht noch geschäftiger zu werden als dieses Jahr...
Trotz dieser Aktivitäten scheinen einige Leute zu denken, dass die Jabber-Community tot sei. Überhaupt nicht! Überdies können wir, wo wir den sechsten Jahrestag von Jeremy Millers erstmaliger Veröffentlichung des jabberd-Servers ansteuern, getrost frei nach Mark Twain sagen: die Gerüchte über den Tod Jabbers sind weit übetrieben.
Jabbert schön weiter!
P.S: Wenn jemand das Jabber Journal in weitere Sprachen übersetzen möchte, wende er/sie sich bitte an Peter Saint-Andre.
